FORUM 2011
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Wir werden völlig neue Wege gehen, um allen Interessierten das Thema näher zu bringen. Dies bedingt auch, dass wir neben bewährten und kompetenten Referenten weitere hochrangige Experten und Praktiker in neuen Veranstaltungsformaten präsentieren. Das Organisationsteam der Deutschen Prüfstelle für Veranstaltungstechnik DPVT konnte einige hochkarätige Referenten für die Veranstaltung gewinnen:

Programm 11:30 bis 13:00 Uhr (Plenum)

Prof. Dr. Wolf R. Dombrowsky „Duisburg und die Folgen – Lektion gelernt?“
Dombrowsky war bis 2009 in der Katastrophenforschungsstelle der Universität Kiel tätig, nun hat er einen Lehrstuhl für Katastrophenmanagement an der Steinbeis Hochschule Berlin inne. Seine Schwerpunkte sind Training für die im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen, sowie die Bereiche Risiko- und Krisenkommunikation, Notfall-Management und betriebliche Gefahrenabwehr. In seinem vielbeachteten Artikel "Lektion gelernt - wofür Duisburg stehen könnte" plädiert er für die kritische Auseinandersetzung mit Sicherheit und fordert verstärkt die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Er wird die Keynote des Forums halten und den Teilnehmern aus Sicht des bekanntesten Katastrophensoziologen Deutschlands interessante Ein- und Seitenblicke ermöglichen.

Ursus Fuhrmann „Kunst- und Gewerbefreiheit im Spannungsfeld der Sicherheit“
Fuhrmann war bis 2008 Abteilungsleiter für Recht und Verfassung bzw. Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Deutschen Städtetag. Als Dozent unterrichtet er in den Bereichen Staatsrecht und kommunales Recht. Aktuell macht er sich gegen die schleichende Veränderung in behördlichen Strukturen im Bezug auf Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben der Bundesländer stark. Um das System der behördlichen Arbeit und Aufstellung verstehen zu können, wird Fuhrmann die Grundzüge dieser Systeme anschaulich erläutern und mit seinem Impulsvortrag kritisch auf Probleme und Schnittstellen hinweisen.

Programm 14:00 bis 18:00 Uhr (Fachvorträge und Workshops)

Prof. Dr. Heinz-Willi Brenig „Risikobewertung und Schutzziele - Vorbild für die Eventbranche?“
Der Leiter des Instituts für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Hochschule Köln und Mitglied in der Arbeitsgruppe Veranstaltungssicherheit bzw. der Schutzkommission wirft das Rüstzeug aus der wissenschaftlichen Forschung mit der Praxiserfahrung aus der Anlagensicherheit zusammen. „Betreiber und Veranstalter“ - ist dieses Modell übertragbar bzw. überhaupt noch zeitgemäß?
In einer etwas anderen Vorlesung erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über die Definition von Schutzzielen bzw. der Einordnung und Klassifikation von Störfällen im Veranstaltungsumfeld.

Dr. Hubert Klüpfel „Besucherströme und Panik: eine Annäherung“
Wie unterscheidet sich menschliches Verhalten in konkreten Lagen von den vorausberechneten und simulierten Verläufen? Gibt es überhaupt Panik? Was genau läuft ab, wenn sich Personengruppen bewegen? Diesen Fragestellungen geht Dr. Klüpfel nach, der sich im Bereich der Fußgängerdynamik und mit Entfluchtungsanalysen und -simulationen einen Namen erarbeitet hat.

Hartmut H. Starke „Sonderrecht im Sonderrecht - die Veranstaltungswelt wandelt sich“
Als technischer Aufsichtsbeamter des staatlichen Gewerbeaufsichtsamts war Hartmut Starke über mehr als zwei Jahrzehnte mit der Betreuung von Veranstaltungen bzw. deren Gebrauchsabnahme befasst. Seine Tätigkeiten an Lehr- und Ausbildungsrichtungen, als Autor ("Praxisleitfaden Versammlungsstättenverordnung" [STARKE, SCHERER & BUSCHHOFF 2007]) und in der Genehmigungspraxis erlauben ihm, kritisch zu aktuellen Entwicklungen Stellung zu nehmen.

Dr. Susanne Starke „Erfolgreiche Teamarbeit in kritischen Situationen: Beispiel Einsatz- und Krisenstäbe“
Die Psychologin Dr. Susanne Starke hat bei Prof. Dietrich Dörner (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) ihr Handwerk gelernt und ist spezialisiert auf Trainings von Krisenstäben bzw. Simulation und Planspielen zu "human factors", also dem Faktor Mensch bei Entscheidungen in kritischen Umgebungen. Das Handeln und Lernen von teamorientiertem Verhalten kann in sicheren Umgebungen ausprobiert und gefahrlos optimiert werden.

Andreas Zotz „Objektbezogene Sicherheitskonzepte - auch für kleine Veranstaltungen/Venues sinnvoll?“
Als Vertreter des großen Locationbetreibers Gegenbauer zeigt Andreas Zotz Beispiele aus der Arbeit mit Sicherheitskonzepten seit 1997. Gegenbauer betreut als Betreibergesellschaft mehrere Hallen in unterschiedlichen Größenordnungen, z.B. das Velodrom in Berlin oder die Rittal-Arena in Wetzlar. Zotz stellt die Frage, ob man Sicherheitskonzepte sinnvoll einsetzen kann (oder gar muss?), obwohl die Bagatellgrenze der Verordnungen nach Landesrecht dies eigentlich nicht fordern.

Dr. Jörg Schmidt „Umsetzung von Sicherheitskonzepten und Lagebewertung in Leitstellen“
Die Berufsfeuerwehr Köln verfügt über viel Erfahrung mit großen und größeren Veranstaltungen und hat dazu ein eigenes Team ( Stabsstelle städtisches Krisenmanagement) aufgebaut. Deren Mitarbeiter Dr. Schmidt ist einer der Initiatoren des "Kölner Algorithmus", einem weiterentwickelten Verfahren zur Dimensionierung von Rettungs- und Sicherheitskräften im Sinne des bekannten Schemas nach Maurer.

Moderation: Peter Blach (AktivMedia - StageReport/BlachReport)

 

Kontakt: referenten@forum-veranstaltungswirtschaft.de
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